Die Geschichte der Nordstrander Keramik beginnt lange vor unserer eigenen Werkstatt. Sie führt hinaus ins Watt, zu historischen Funden, zur versunkenen Kulturlandschaft rund um Rungholt – und von dort bis in die heutige Nordstrander Töpferei. Der Rungholt-Topf gehört bis heute zu unserem Markenzeichen.
Alte Formen und Motive wurden hier nicht einfach kopiert, sondern weitergedacht. So ist über die Jahrzehnte eine Keramik entstanden, die ihre nordfriesischen Wurzeln kennt und trotzdem lebendig geblieben ist.
Der untergegangene Ort Rungholt – wenn das Watt Geschichte zurückgibt

Rungholt verschwand im Mittelalter in den Sturmfluten der Nordsee. Doch bis heute gibt das Watt Spuren dieser untergegangenen Welt wieder frei: Siedlungsreste, Brunnen, Scherben und Keramikgefäße.
Einer dieser Wattenfunde – der Rungholt-Topf – wurde zur ersten großen Inspiration für die Nordstrander Keramik. Seine kraftvolle Form begleitet uns bis heute und findet sich heute sogar im Logo der Nordstrander Töpferei wieder.
Auch andere historische Funde beeinflussten Formen und Dekore. Das Watt wurde damit gewissermaßen zu unserem ältesten Ideenarchiv.
Und die Geschichte ist noch nicht zu Ende: 2023 wurden im Rungholt-Gebiet erneut bedeutende Siedlungsspuren und die Fundamente einer großen mittelalterlichen Kirche entdeckt.
Wer tiefer eintauchen möchte, findet im Andreas-Busch-Inselmuseum auf Nordstrand originale Funde und viel Wissenswertes über Rungholt und die Geschichte der Insel.
Über 40 Jahre Nordstrander Töpferei
Vor mehr als vier Jahrzehnten gründete „Lauri“ – Lorenz Johannes Jacobsen die Nordstrander Töpferei.
Aus der Beschäftigung mit historischen Keramikfunden und nordfriesischen Formen entwickelte sich nach und nach die unverwechselbare Keramik der Nordstrander Töpferei. Ein Wattenfund inspirierte das bekannte Fischdekor, später kamen neue Motive wie das friesische Schaf hinzu.
Dabei blieb die Grundidee immer dieselbe: alte Traditionen aufnehmen, aber daraus etwas Eigenes machen.
Die Töpferei wuchs, viele Kundinnen und Kunden begleiteten uns über Jahrzehnte – und schließlich brachte der Online-Shop die Keramik auch weit über die Insel hinaus.
Die Geschichte geht weiter

Anfang 2026 sah es für einige dramatische Monate so aus, als würde die Nordstrander Töpferei nach über 40 Jahren schließen.
Doch dann kam die Wendung: Nachdem Falk Petersen die Töpferei 14 Jahre lang geführt hatte, konnte Dörte Staritzbichler, Tochter des Gründers Lauri Jacobsen, die Geschäftsführung neben ihrem Beruf als Ärztin übernehmen. Die Töpferei wurde wieder geöffnet – mit herausragender Unterstützung der gesamten Belegschaft, den erfahrenen Profis vor Ort.
Das vertraute Team und die bisherigen Arbeitsplätze bleiben erhalten, das Handwerk wird weitergeführt und gleichzeitig darf sich die Töpferei behutsam weiterentwickeln.
400 Jahre nordfriesische Keramiktradition.
Über 40 Jahre Nordstrander Töpferei.
Und jetzt beginnt das nächste Kapitel.






